Nearshoring und Friendshoring sind die Antworten auf globale Instabilitäten. Doch die Sicherheit der Versorgung hat ihren Preis. Wie Pricing-Teams die höheren Kosten kommunizieren.
Die Globalisierung alter Schule weicht 2026 einer resilienteren, aber teureren Regionalisierung. "Made in Europe" oder "Nearshored in North Africa" wird für deutsche Händler zum neuen Standard – mit erheblichen Auswirkungen auf die Preispunkte.
Die Abhängigkeit von Fernost-Produktion hat sich in den Krisen der Vorjahre als zu riskant erwiesen. Der Trend zum Nearshoring verkürzt Lieferzeiten massiv und erhöht die Flexibilität. Doch die höheren Lohn- und Produktionskosten in geografischer Nähe müssen in die Verkaufspreise einfließen.
Agilität vs. Kosten
Kürzere Lieferketten erlauben es Händlern, schneller auf Modetrends oder Marktveränderungen zu reagieren. Diese Agilität reduziert das Risiko von Überbeständen und notwendigen massiven Preisabschlägen am Saisonende. In der Gesamtkalkulation kann ein teureres, aber regional produziertes Produkt daher profitabler sein als billige Importware, die Monate im Voraus bestellt werden muss.
Kommunikation des "Regional-Bonus"
Kunden sind 2026 bereit, für regionale Produktion mehr zu zahlen, wenn der Nutzen klar kommuniziert wird: Höhere Qualität, bessere Arbeitsbedingungen und ein deutlich geringerer CO2-Fußabdruck. Pricing-Teams müssen hier eng mit dem Brand-Management zusammenarbeiten, um den Aufpreis als "Investment in Resilienz und Nachhaltigkeit" zu framen.
- Total Cost of Sourcing: Einbeziehung von Risiko- und Umweltkosten in den Einkaufspreisvergleich.
- Inventory Velocity: Höhere Umschlagshäufigkeit durch schnellere Nachlieferzyklen.
- Dynamic Sourcing Pricing: Anpassung der Verkaufspreise basierend auf der aktuellen Herkunftschance.
Warum das für Pricing Manager wichtig ist
Die einseitige Ausrichtung auf den billigsten Einkaufspreis ist 2026 ein Auslaufmodell. Pricing Manager müssen die Vorteile kürzerer Lieferzyklen (weniger Markdowns, höhere Aktualität) monetär bewerten können, um höhere Einstandspreise strategisch zu rechtfertigen.
Pricing Takeaway: Kalkulieren Sie nicht nur mit dem Netto-Einkaufspreis, sondern mit der "Total Landed Cost" inklusive Risiko-Puffern. Nutzen Sie die höhere Flexibilität regionaler Produktion für intelligentere, bedarfsgerechte Preissteuerung statt für pauschale Sales.