Zalando meldet für das zweite Quartal 2026 starkes GMV- und B2B-Wachstum. Für Pricing-Teams besonders relevant: die Verbindung aus Partnergeschäft, Effizienz und KI-gestützter Content-Produktion.
Zalando meldete am 4. August 2026 für das zweite Quartal ein GMV von 4,9 Milliarden Euro, ein Gruppen-Umsatz von 3,4 Milliarden Euro und ein bereinigtes EBIT von 205 Millionen Euro. Das GMV wuchs auf berichteter Basis um 20,7 %. Diese Zahlen stammen direkt aus der Quartalsmitteilung und sind nicht mit einer reinen Preissteigerung gleichzusetzen: GMV umfasst auch Mengen-, Mix- und Plattformeffekte.
Warum das für Pricing relevant ist
Das Partnergeschäft bleibt ein zentraler Wachstumsmotor. Zalando berichtet für B2B einen Umsatz von 335 Millionen Euro und eine bereinigte EBIT-Marge von 12,2 %. Für Marken und Händler bedeutet die Plattformlogik: Preisentscheidungen müssen nicht nur den Endkundenpreis, sondern auch Provisionen, Retouren, Serviceleistungen und die Kosten der zusätzlichen Reichweite berücksichtigen.
KI als Effizienzhebel, nicht als Preisbeweis
Zalando berichtet außerdem, dass SCAYLE STUDIOS innerhalb von 2,5 Monaten mehr als 100 Marken erreicht habe und die digitale Content-Produktion die Produktionszeit um mehr als 95 % sowie die Kosten um rund 90 % senken könne. Diese Angaben sind Unternehmensangaben zu einem Content-Produkt – sie belegen keine automatische Verbesserung von Preisen oder Margen. Für Category Manager liegt der praktische Hebel darin, gesparte Content-Kosten in die Kanalprofitabilität einzurechnen, statt sie mit einem vermeintlichen Pricing-Effekt zu verwechseln.
Takeaway: Zalando zeigt, wie Plattformwachstum, B2B und operative Effizienz zusammenspielen. Für eine belastbare Kanalentscheidung muss der GMV-Effekt von echter Nettomarge getrennt werden. Quelle:
Zalando Q2 2026 Results.