Kaufland.de hat sich seit dem Relaunch 2020 zum drittgrößten deutschen Online-Marktplatz entwickelt. Mit über 30 Millionen Produkten und 35.000 Händlern setzt die Schwarz-Tochter Amazon und Otto unter Druck – und schafft für Händler eine attraktive, aber preisintensive dritte Alternative.
Kaufland.de, der 2020 aus der Insolvenz von Real.de (übernommen von der Schwarz Gruppe) entstandene Marktplatz, hat sich in fünf Jahren zu einem ernstzunehmenden Wettbewerber für Amazon und Otto entwickelt. Stand 2025 umfasst der Marktplatz über 35.000 aktive Händler und mehr als 30 Millionen Angebote – Tendenz stark steigend.
Wie Kaufland.de wächst und was das Modell antreibt
Der strukturelle Vorteil von Kaufland.de liegt in der Integration mit dem stationären Kaufland-Netz: 760 Filialen in Deutschland, Österreich und weiteren Ländern bieten eine Click & Collect-Infrastruktur, die Amazon und Otto nicht replizieren können. Die Schwarz Gruppe (Umsatz 2023/24: über 135 Milliarden Euro konzernweit) kann den Marktplatz strategisch quersubventionieren – Händlergebühren sind niedriger als bei Amazon, was Kaufland.de als Zweitkanal attraktiv macht.
Pricing-Konsequenzen für Händler
Die Präsenz auf Kaufland.de verändert Pricing-Entscheidungen auf mehreren Ebenen. Erstens: Kaufland.de bietet keine MFN-Klausel (Most Favoured Nation) mehr nach DMA-Compliance – Händler müssen keinen Kaufland-exklusiven Niedrigpreis anbieten. Zweitens: Der Preisvergleich zwischen Amazon, Otto und Kaufland.de wird durch Vergleichsportale wie idealo und Google Shopping sofort sichtbar. Drittens: Kaufland.de führt aktiv Preiskontrollen durch und kann Angebote bei „irreführenden" Preisen (§5 UWG) delisteten.
Wettbewerbsdynamik: Kaufland vs. Amazon Buy Box
Für viele FMCG- und Hartwarenhändler ist Kaufland.de noch kein Buy-Box-Äquivalent mit der algorithmischen Komplexität von Amazon. Das macht die Plattform plausibler für Händler, die ohne intensive Repricing-Automatisierung arbeiten. Allerdings wächst der Preisdruck mit der Plattformreife: Je mehr Händler auf Kaufland.de listen, desto mehr Repricing-Zyklen entstehen auch dort.
Warum das für Pricing Manager wichtig ist
Kaufland.de ist 2026 kein Randkanal mehr. Wer auf Amazon und Otto verkauft, sollte Kaufland.de im Pricing-Monitoring haben – sowohl als möglichen Absatzkanal als auch als Preisreferenz. Die unterschiedlichen Gebührenstrukturen der drei großen deutschen Marktplätze bieten zudem Spielraum für kanalspezifische Preisstrategie.
Pricing Takeaway: Kaufland.de (35.000+ Händler, 30 Mio. Produkte, Schwarz Gruppe) ist der drittgrößte deutsche Online-Marktplatz. Niedrigere Händlergebühren als Amazon, Click & Collect-Infrastruktur, kein MFN-Zwang. Kaufland.de in Marktplatz-Preisstrategie und Repricing-Monitoring einbeziehen. Quellen: Kaufland.de Händler-FAQ 2025, Schwarz Gruppe Geschäftsbericht 2024.