Zalandos Q2-Mitteilung zeigt starkes B2B-Wachstum und eine schnell skalierende Content-Plattform. Für Retail-Teams wird damit die Frage wichtiger, welche Leistungen im Plattformmodell tatsächlich bezahlt werden.
Zalando berichtet im Q2 2026 für sein B2B-Geschäft ein Umsatzwachstum von 27,6 % auf berichteter Basis und einen B2B-Umsatz von 335 Millionen Euro. Parallel erreichte SCAYLE STUDIOS laut Zalando mehr als 100 Marken innerhalb von 2,5 Monaten. Beide Entwicklungen betreffen Pricing, aber auf unterschiedlichen Ebenen: B2B über Monetarisierung von Infrastruktur, SCAYLE über die Kosten der Content-Erstellung.
Leistungspakete sauber entbündeln
Retail-Plattformen sollten Provision, Fulfillment, Marketing, Content und Technologie als unterschiedliche Leistungen betrachten. Für Brands ist die relevante Frage nicht "Wie hoch ist die Provision?", sondern "Was kostet mich der gesamte Kanal pro realisiertem Euro?". Diese Sicht verhindert, dass eine niedrige Grundgebühr durch teure Zusatzleistungen unbemerkt neutralisiert wird.
Relevanz für Category Manager
Bei der Kanalallokation sollten erwartete Reichweite, Sell-through, Retouren, Servicelevel und Content-Aufwand gemeinsam bewertet werden. Eine Plattform kann trotz höherer Gebühren attraktiv sein, wenn sie zusätzliche Nachfrage erzeugt; sie kann aber auch unprofitabel sein, wenn der zusätzliche Umsatz überwiegend rabattgetrieben ist.
Takeaway: Plattform-Pricing muss auf Gesamtkanalkosten und realisiertem Nettoerlös basieren. Provisionen allein erklären weder die Profitabilität einer Brand noch den Wert eines Retail-Partners. Quelle:
Zalando Q2 2026 Results.