Mit dynamischen Preisen für ablaufende Ware kämpfen Händler gegen Food Waste und optimieren gleichzeitig ihre Erträge in der Frischeabteilung.
Im Mai 2026 setzen deutsche Supermärkte verstärkt auf automatisierte Preisnachlässe für Produkte kurz vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD). Intelligente Kamerasysteme und KI-Modelle steuern den Abverkauf, bevor die Ware weggeworfen werden muss.
Frischeprodukte wie Obst, Gemüse, Fleisch und Molkereiprodukte sind die margensensibelsten Warengruppen im Handel. Bisher wurden Preisreduzierungen oft manuell durch Mitarbeiter mit Aufklebern vorgenommen – ein ungenauer und teurer Prozess. 2026 übernehmen Algorithmen: Basierend auf dem aktuellen Bestand, der historischen Abverkaufsgeschwindigkeit für diesen Wochentag und dem MHD sinkt der Preis auf den Electronic Shelf Labels automatisch stufenweise.
Nachhaltigkeit trifft Profitabilität
Diese Strategie zahlt auf zwei Ziele ein. Erstens sinkt die Abschreibungsquote (Waste) massiv. Retailer berichten von bis zu 20 % weniger weggeworfenen Lebensmitteln. Zweitens werden Kunden, die gezielt nach Schnäppchen suchen, in den Laden gelockt. Das "Dynamic Fresh Pricing" ermöglicht es, auch am späten Nachmittag noch attraktive Preise für Frischeware anzubieten, was die Frequenz erhöht.
Herausfordernd bleibt die Kommunikation. Kunden dürfen nicht das Gefühl haben, dass die Preise willkürlich steigen oder fallen. Transparenz über den Grund der Reduzierung (z.B. "MHD-Rabatt") ist entscheidend für die Akzeptanz.
Integration in Loyalty-Apps
Einige Vorreiter wie REWE integrieren diese Echtzeit-Rabatte direkt in ihre Apps. Kunden können sich benachrichtigen lassen, wenn ihre Lieblingsprodukte in ihrer Stammfiliale reduziert werden. Dies schafft eine win-win-Situation: Der Händler leert sein Lager kontrolliert, und der Kunde spart gezielt bei Artikeln des täglichen Bedarfs.
Warum das für Pricing Manager wichtig ist
Frische-Pricing ist die "Königsdisziplin" des dynamischen Pricings, da die Zeitkomponente extrem kritisch ist. Pricing Manager müssen hier eng mit dem Category Management und der Logistik zusammenarbeiten, um die richtigen Parameter für den Preisverfall zu definieren.
Pricing Takeaway: Implementieren Sie dynamische MHD-Rabatte über Ihre elektronischen Preisschilder. Koppeln Sie diese Daten mit Ihrer Bestandsführung, um Lebensmittelabfälle zu minimieren und gleichzeitig die Frequenz am späten Nachmittag zu steigern.