REWE und Edeka: Der stille Preiskampf im deutschen Lebensmittelhandel
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REWE und Edeka: Der stille Preiskampf im deutschen Lebensmittelhandel

Während Aldi und Lidl das Discounting dominieren, kämpfen REWE und Edeka mit anderen Mitteln um Marktanteile – und ihr Preismodell wird komplexer.

Der deutsche Lebensmittelhandel ist ein Nullsummenspiel. Wer Marktanteile gewinnt, nimmt sie jemand anderem weg – und der Preis ist das entscheidende Schlachtfeld.

Vier Unternehmen dominieren den deutschen Lebensmittelhandel: Edeka, Rewe, Aldi und Lidl. Zusammen halten sie über 70 Prozent des Marktes. Und sie kämpfen hart gegeneinander – nur mit unterschiedlichen Strategien.

Während Aldi und Lidl das EDLP-Modell perfektioniert haben, stehen REWE und Edeka vor einem schwieriger zu navigierenden Preisraum: Sie verkaufen sowohl Eigenmarken als auch Markenprodukte, sowohl günstige als auch Premium-Sortimente. Das macht ihre Preisstrategie komplexer – und anfälliger.

Die Eigenmarken-Offensive

Seit 2023 bauen REWE (mit „REWE Beste Wahl" und „ja!") und Edeka (mit „Gut & Günstig") ihre Eigenmarkensortimente massiv aus. Der Grund: Eigenmarken bringen 20 bis 35 Prozent mehr Marge als Markenprodukte – und ermöglichen es, im Preisimage mit Discountern konkurrenzfähig zu bleiben, ohne die gesamte Kalkulation zu unterhöhlen.

Die Strategie funktioniert: Der Eigenmarkenanteil bei Rewe liegt inzwischen bei über 28 Prozent – und steigt. Kunden, die aus dem Discountlager kommen, können so gehalten werden, ohne dass Markenwaren preislich unter Druck geraten.

Preisgarantien und Loyalitätsprogramme

Rewe führte 2024 eine digitale Preisgarantie ein: Wer bestimmte Produkte über die Rewe-App kauft, bekommt den günstigsten verfügbaren Preis – garantiert. Edeka setzt auf das Vorteilsprogramm mit personalisiertem Rabattsystem. Die technische Grundlage solcher Modelle ist eine moderne POS-Infrastruktur – wer verschiedene Lösungen evaluiert, findet aktuelle Kassensystem-Bewertungen als hilfreichen Ausgangspunkt.

Diese Maßnahmen sind data-driven: Wer viel Kaufhistorie hat, bekommt personalisierte Angebote. Das ist effizienter als Massenpromotion und schützt die Marge dort, wo sie nicht angegriffen wird.

Warum das für Pricing Manager wichtig ist

Die Strategien von REWE und Edeka zeigen: Im modernen Einzelhandel reicht ein einfaches Preismodell nicht mehr. Kategoriegenaue Differenzierung, Eigenmarkenstrategie und datengetriebene Personalisierung sind die Hebel – nicht pauschalere Rabattierung.

Wer im deutschen Lebensmittelhandel tätig ist oder mit ihm konkurriert, muss diese Mechanismen kennen und die eigene Positionierung entsprechend schärfen.

Pricing Takeaway: Der Preiskampf im Lebensmittelhandel findet nicht mehr nur über den Regalpreis statt – sondern über Eigenmarken, Loyalitätsprogramme und personalisierte Angebote. Das verändert die Spielregeln grundlegend.