Retourenquoten von 25–40 % im Fashion-E-Commerce machen Retourenkosten zu einem der größten versteckten Margenkiller. Wer sie nicht in die Preiskalkulation einbezieht, rechnet sich systematisch reich.
Im Fashion-E-Commerce können Retourenquoten hoch sein. Was bedeutet das konkret für die Preiskalkulation? Rücksendungen erzeugen Kosten für Logistik, Qualitätsprüfung, Wiederaufbereitung und Personal, die in der Kalkulation berücksichtigt werden müssen.
Der unsichtbare Margenkiller in der P&L
Das Problem: Retourenkosten werden in vielen Handels-P&Ls als Logistik- oder Overhead-Kosten verbucht, nicht als variabler Kostenbestandteil pro Bestellung. Das führt dazu, dass Category Manager und Pricing-Teams mit Deckungsbeitrags-Zahlen arbeiten, die systematisch zu hoch sind. Die Wahrheit: Bei 35 % Retourenquote und 12 € Rücksendekosten entstehen pro 100 Bestellungen 35 × 12 € = 420 € Retourenkosten – also 4,20 € pro Bestellung, die aus dem DB₂ herausgerechnet werden müssen.
Kategoriespezifische Retourenrückstellungen
Best Practice: Retourenkosten werden als kategorienspezifische Rückstellung in die SKU-Kalkulation einbezogen. Die Höhe der Rückstellung sollte anhand eigener Retourenquote und tatsächlicher Wiederaufbereitungskosten je Kategorie ermittelt werden.
Preisimplikationen
Wenn Retourenkosten korrekt einkalkuliert sind, verändert sich die Sortimentsentscheidung: Artikel mit hoher Retourenquote brauchen höhere Bruttomargen, um dieselbe Nettorentabilität zu erzielen. Das kann bedeuten, dass manche SKUs aussortiert werden müssen – oder Preise erhöht werden, um den Retoureneffekt auszugleichen. Umgekehrt: Artikel mit niedriger Retourenquote können aggressiver bepreist werden, da ihre echte Marge höher ist als die nominale.
Takeaway: Retourenkosten gehören als variable Rückstellung in jede SKU-Kalkulation – nicht als Overhead. Formel: (Retourenquote × Retourenkosten) / Bestellungen = DB-Korrektur/Bestellung. Quelle:
NRF: 2025 Retail Returns Landscape.