Die EU-Omnibus-Richtlinie, digitale Preisschilder und ein gestiegenes Preisbewusstsein der Konsumenten verändern die Regeln im Lebensmittelhandel. Was bedeutet das für die Pricing-Strategie von Supermärkten und Discountern?
Nie zuvor haben deutsche Konsumenten so genau auf Lebensmittelpreise geachtet wie nach den Inflationsjahren 2022 bis 2024. Das Bewusstsein für Grundpreise, Packungsgrößen und Aktionsmechanismen ist dauerhaft gestiegen. Gleichzeitig verschärfen neue EU-Vorschriften die Anforderungen an die Preistransparenz.
Die Omnibus-Richtlinie im Alltag des Lebensmittelhandels
Seit dem 1. Januar 2023 in deutsches Recht umgesetzt, verlangt die EU-Omnibus-Richtlinie die Anzeige des niedrigsten Preises der letzten 30 Tage bei jeder Preisreduktion. Händler, die vorher den Preis kurz vor der Aktion erhöht haben, sind damit entlarvt.
Grundpreis als strategische Größe
Shrinkflation – die Praxis, Packungsgrößen zu reduzieren, ohne den Paketpreis zu senken – ist durch verschärfte Grundpreisanzeige schwieriger geworden. Verbraucherorganisationen beobachten den Markt aktiv.
Digitale Preisschilder als Chance
ESL (Electronic Shelf Labels) sind im deutschen Lebensmittelhandel auf dem Vormarsch. Was operative Effizienz verspricht, ermöglicht auch eine neue Dimension der Preistransparenz: Grundpreise können automatisch aktualisiert werden.
Warum das für Pricing Manager wichtig ist
Preistransparenz ist kein Feind der Handelsmarge – wenn man sie aktiv gestaltet. Händler, die Grundpreise und Aktionspreishistorien klar kommunizieren, bauen Preisvertrauen auf.
Pricing Takeaway: Transparenz gewinnt. Händler, die die Omnibus-Richtlinie als Mindeststandard behandeln und Preishistorien aktiv kommunizieren, differenzieren sich positiv vom Wettbewerb.