adidas verliert in Europa währungsbereinigt vier Prozent, während der eigene Vertrieb wächst. Wholesale-Steuerung und verschobene Lieferungen prägen den Vergleich.
adidas berichtete am 29. Oktober für Europa im dritten Quartal 2026 einen währungsbereinigten Umsatzrückgang von vier Prozent. Gleichzeitig wuchsen die eigenen Vertriebskanäle der Region laut Unternehmen im hohen einstelligen Prozentbereich.
Weniger Sell-in ist nicht automatisch weniger Sell-out
Das Unternehmen nennt für den europäischen Wholesale-Vertrieb einen konservativen Lieferansatz angesichts hoher Marktbestände und Promotionen bei Lifestyle-Schuhen. Zusätzlich verschob eine planmäßige SAP-ERP-Umstellung in Teilen Europas Lieferungen vom Ende des dritten in das vierte Quartal. adidas beziffert in dieser Passage nicht den isolierten Umsatzbeitrag jedes Faktors.
Die Quartalsgrenze beeinflusst das Bild
Für das vierte Quartal erwartet adidas in Europa hohes einstelliges Wachstum, unter anderem wegen der verschobenen Lieferungen und höheren Wholesale-Sell-ins. Das ist eine Prognose des Unternehmens und kein bereits gemessener Abverkauf an Endkunden.
Takeaway: Vor einer Preisaktion Bestellfluss, Lieferzeitpunkt und tatsächlichen Endkundenverkauf getrennt prüfen. Ein schwächerer Quartalsumsatz beim Lieferanten kann mit fehlender Warenverfügbarkeit oder zeitlicher Verschiebung zusammenhängen. Händler sollten Rabattentscheidungen deshalb auf eigene Bestands- und Sell-out-Daten stützen.
Quellen: adidas: Third-quarter results 2026, 29. Oktober 2026.
Die Handlungsempfehlungen sind redaktionelle Einordnungen und keine Aussagen der zitierten Organisationen.