Ein Produkt steht selten allein. Portfolio-Pricing betrachtet die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Produkten im Sortiment.
Wenn Sie den Preis für ein Produkt ändern, beeinflussen Sie fast immer auch den Absatz anderer Produkte in Ihrem Shop. Wer diese Kannibalisierungseffekte ignoriert, optimiert an der falschen Stelle.
Portfolio-Pricing ist die Kunst, das gesamte Sortiment als ein zusammenhängendes Ökosystem zu sehen. Ein günstiges Einstiegsmodell dient oft nur dazu, Kunden in den Shop zu locken, während die Marge mit Zubehör oder Premium-Upgrades verdient wird.
Die Psychologie der Preisanker
Ein Premium-Produkt mit einem hohen Preis kann den Preis eines Mittelklasse-Produkts "günstiger" erscheinen lassen, selbst wenn dieses eigentlich teurer geworden ist. Diese Anker-Effekte sind ein mächtiges Werkzeug in der Preisgestaltung, erfordern aber eine koordinierte Steuerung über alle Preispunkte hinweg.
Herausforderungen in der Umsetzung
- Daten-Silos aufbrechen: Pricing-Teams müssen eng mit dem Category Management zusammenarbeiten, um Produktbeziehungen zu verstehen.
- Cross-Elastizitäten messen: Wie stark sinkt der Absatz von Produkt B, wenn Produkt A rabattiert wird?
- Bündelungsstrategien: Nutzen Sie Portfolio-Pricing, um attraktive Pakete zu schnüren, die den durchschnittlichen Warenkorbwert (AOV) erhöhen.
Fazit: Einzelprodukt-Optimierung ist 2026 nicht mehr ausreichend. Nur wer die Zusammenhänge in seinem Portfolio versteht und steuert, kann die Gesamtprofitabilität maximieren, ohne sich selbst Konkurrenz zu machen.