Aldi, Lidl und Rewe heben die Preise ihrer Eigenmarken an. Kontraintuitiv – und doch strategisch brillant. Was Category Manager aus diesem Pricing-Schachzug lernen können.
Private Labels waren jahrzehntelang das Günstig-Signal im Regal. Jetzt verteuern Aldi, Lidl und Rewe ihre Eigenmarken gezielt – und gewinnen dabei Marktanteile. Das ist kein Widerspruch, sondern ein lehrbuchartiger Repositionierungsfall.
Das Playbook klang jahrelang eindeutig: Eigenmarken sind günstiger als Markenprodukte, punkten bei preissensiblen Konsumenten und dienen dem Händler als Margenhebel bei gleichzeitiger Kundenbindung. 2026 bricht dieses Modell auf – und die Händler, die es aktiv aufbrechen, wachsen schneller als die, die am Günstig-Paradigma festhalten.
Die strategische Logik der Preiserhöhung
Rewe hat seine „Ja!"-Eigenmarkenlinie in 2025 um durchschnittlich 8 Prozent verteuert, gleichzeitig Produktrezepturen überarbeitet und Verpackungen aufgewertet. Lidl hat seine „Favoriten"-Linie mit einer ähnlichen Doppelbewegung repositioniert: höherer Preis, klar kommunizierte Qualitätsverbesserung. Das Ergebnis, laut GfK-Haushaltspanel: gestiegene Käuferreichweite und höhere Wiederkaufrate.
Die Erklärung liegt in der veränderten Konsumentenperspektive auf Eigenmarken. Nach Jahren der Inflationserfahrung sind