Die Abschaffung der US-De-minimis-Freigrenze unter 800 Dollar macht das Geschäftsmodell von Temu und Shein deutlich teurer. Für europäische DTC-Marken ist das ein strategisches Fenster – wenn sie es richtig nutzen.
Die De-minimis-Ausnahme war das Fundament des Temu- und Shein-Geschäftsmodells in den USA: Pakete unter 800 Dollar konnten zollfrei importiert werden. Mit ihrer Abschaffung im Rahmen des April-2026-Zollpakets verteuert sich das Direkt-aus-China-Modell dramatisch. Für DTC-Marken mit europäischer Basis ist das ein seltenes strategisches Fenster.
Das Geschäftsmodell von Temu und Shein war über Jahre einfach zu erklären: Massenproduktion in chinesischen Fabriken, direkter Versand an US-Konsumenten in kleinen Paketen unter 800 Dollar – und damit ohne Zollbelastung durch die De-minimis-Regelung. Das ermöglichte Preise, die westliche Händler strukturell nicht unterbieten konnten.
Diese Grundlage existiert seit dem 2. April 2026 nicht mehr. Gleichzeitig gelten 145 % Zölle auf alle chinesischen Importe. Das macht jeden Temu-Versand in die USA nicht nur zollpflichtig, sondern hochpreisig zollpflichtig.
Was sich konkret ändert
Temu hat bereits angekündigt, US-Preise anzuheben und lokale US-Lager aus bestehenden Beständen zu priorisieren. Shein – zwischenzeitlich auf der Nasdaq-IPO-Warteliste – hat seine US-Expansionspläne auf Eis gelegt. Beide Plattformen werden ihre Wachstumsstrategie kurzfri